Drei Kilometer | Roman

„Drei Kilometer waren nicht weit, und wir hatten nicht darauf geachtet, wie lange Hans weg war. Durchs Maisfeld flohen viele, aber kaum einer war so dumm und lief betrunken in die Dunkelheit. Er würde es nicht schaffen, das wusste ich. Ohne es wirklich zu wollen, schaffte man es nicht.”

Inhalt

Rumänien 1989: Die Hitze ist drückend, das Getreide steht hoch, sonst würde man bis zur Grenze sehen können. Der Gedanke an Flucht liegt verlockend und quälend nahe, noch weiß niemand, was kommt und was in ein paar Monaten Geschichte sein wird. In einem Dorf im Banat, weit weg von Bukarest, dem Machtzentrum des Ceaușescu-Regimes, erlebt Anna einen Spätsommer von dramatischer und doch stiller Intensität. Sie ist hin- und hergerissen, nicht zuletzt zwischen Hans, ihrem Geliebten, und Misch, dem gemeinsamen Freund. Bei wem will sie bleiben? Mit wem will sie gehen? Und ist Hans tatsächlich ein Spitzel, wie Misch vermutet? Mit diesen Fragen bewegt sich Anna plötzlich gefährlich nahe an der Grenze zwischen Treue und Verrat.
Atmosphärisch dicht und schnörkellos erzählt Nadine Schneider von den persönlichen Verstrickungen in einer Zeit vor dem politischen Umsturz. Und davon, was es braucht, um zu bleiben – oder was es bedeutet, sein Land zu verlassen, für sich und die, die man zurücklässt.

Pressestimmen

„Mit suggestiven und bedrängenden Bildern gelingt es Schneider, die Ungewissheit der äußeren Situation auf die innere Verfasstheit ihrer Figuren zu projizieren. (…) Die in Berlin lebende Autorin hat ein schmales, aber beeindruckendes Romandebüt vorgelegt, das gerade aufgrund der sprachlichen Lakonie und der Zurückgenommenheit der Figuren atmosphärisch eine Situation auferstehen lässt, die fernab und im Wirbel der deutschen Wende untergegangen ist.”
– Ulrike Baureithel, der Freitag, Ausgabe 36/2019

„Nadine Schneider hält in ihrem Erstlingswerk durchgängig die Spannung. Der Fluss des Erzählens läuft gleichmäßig und schlüssig von Anfang bis Ende, ohne Brüche oder Kunstgriffe. Der Autorin ist mit „Drei Kilometer“ ein unspektakulärer und deshalb umso beachtlicherer Beginn einer Schriftstellerinnenkarriere gelungen, die man ihr ebenso wie dem Publikum wünscht.”
– Stefan May, Ö1. Ex libris, 01.09.2019

„Mit diesem Roman ist Nadine Schneider ein fesselndes Sittengemälde des rumäniendeutschen Dorfes in der Endzeit des Sozialismus gelungen.”
– Edith Ottschofski, Deutschlandfunk. Büchermarkt, 29.08.2019

Video

Weitere Informationen:
> Jung und Jung Verlag
> Jung und Jung: Herbst 2019